Jahresthema 2018 „‘Das Gute behaltet‘ (1. Thess 5,21) – Beweglich Bleiben“ Wort zum Männersonntag 2018 Liebe Männer,   was   kommt   da   alles   auf   uns   zu?   Erleben   wir   nicht   gerade   den Beginn    einer    neuen    Epoche    der    Menschheit,    die,    obwohl    erst ganz   am Anfang,   schon   längst   alle   unsere   Lebensbereiche   erfasst und verändert hat?   Die   Digitalisierung   ist   gemeint,   und   sie   bewegt   die   Welt   im   großen und   im   kleinen   Zusammenhang.   Niemand   kann   heute   so   recht sagen, wohin sie letztendlich führen wird, aber sie geht voran.   Schon   jetzt   ist   deutlich,   dass   sie   die   Welt   schneller   ändern   wird, als   es   die Auswirkungen   der   industriellen   Revolutionen   1.0   bis   3.0 zusammengenommen   getan   haben.   Dampfmaschine,   Akkord   und Fließband,      Automatisierung      durch      Computer      haben      das Lebensumfeld   der   Menschen   nicht   so   beschleunigt   wie   es   die   Digitalisierung   für   sich   alleine gesehen    tun    wird.    „4-Punkt-Null“    erreicht,    durchdringt,    beeinflusst    und    verändert    unser ganzes   Leben.   Die   „Informatisierung“   hat   ihren   Lauf   genommen   und   sie   bringt   uns   ganz ordentlich in Bewegung.   Aber   wohin   bewegen   wir   uns?   Eine   gewisse   Unsicherheit oder   Ängstlichkeit   schwingt   in   dieser   Frage   mit.   Gleich   wie wir   darauf   reagieren   –   aufhalten   oder   umkehren   lässt   sich die Entwicklung eh nicht. Wozu auch?   Erstaunlicherweise   können   wir   seit   einigen   Jahren   parallel zu   den   ungeahnten   Möglichkeiten   des   digitalen,   technischen Fortschritts      einen      mentalen      geistigen      Rückschritt      zumindest   an   einigen   Stellen   in   der   Politik   –   beobachten.   Ein Beispiel   dafür   hat   zu   Jahresbeginn   der   mächtigste   Mann   der Welt     geliefert,     als     er     einige     Länder     und     Menschen bestimmter    Herkunft    mit    „Dreckslöchern“    verglichen    hat. Neben       den       grenzenlosen,       schier       unerschöpflichen Möglichkeiten   der   Verknüpfung   technischer,   wirtschaftlicher oder   politischer   Prozesse,   wächst   ein   von   geistig   begrenzten rechtspopulistischen   Strömungen   getragenes   Gedankengut, dessen   enges   Welt-   und   Menschenbild   sich   gerne   auch   mit realem Stacheldraht von anderen Menschen abgrenzt.      Einfache   Lösungen   gegenüber   komplexen   Vorgängen,   vertreten   durch   „starke“      Männer und   Frauen,      ist   das   Rezept   der   populistischen   Agitation.   Es   ist   allerdings   kein   Geheimnis, dass   einfache   Wahrheiten   schon   immer   die   Demokratie,   die   Menschlichkeit   und   die   Freiheit bedroht haben.   Das   können   wir   uns   nicht   leisten.   Die   Welt   wird   sich   schneller   drehen   und   sie   wird   von   uns noch   mehr   an   der   ständig   beschworenen   Flexibilität   einfordern.   Immense   Datenmengen wollen    vernünftig    organisiert,    kontrolliert,    gesichert    und    gesteuert    und    in    ihren    Folgen abgeschätzt   werden   –   im   privaten   und   im   öffentlichen   Leben.   Manche   Grenzen   werden dabei verschwimmen und letztendlich verschwinden.   Wichtig   ist   es,   dass   es   uns   gelingt,   Chancen   und   Risiken   vernünftig   auszubalancieren   und dabei   Richtung   und   Geschwindigkeit   des   Prozesses   im   umfassenden   Sinn   menschlich   zu gestalten.   Anton   Bruckner,   österreichischer   Komponist   der   Romantik,   hat   gesagt:   „Wer   hohe   Türme bauen   will,   muss   lange   am   Fundament   verweilen.“   Dieses   Zitat   möchte   ich   mit   unserem Jahresthema verknüpfen.   Ich   wünsche   Ihnen/Euch   spannende   Debatten,   wenn   es   (nicht   nur)   2018   darum   geht:   „Das Gute   behaltet   (1.   Thess   5,21)   –   Beweglich.   Bleiben.“   Als   evangelische   Männer   wissen   wir unser    Leben    auf    ein    solides    Fundament    gestellt    und    damit    auch    auf    die    Zukunft ausgerichtet. In diesem Sinne, liebe Männer: beweglich sein und verbunden bleiben!   Ihr/Euer   GERD KIEFER Vorsitzender der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland
Das Jahresthema 2018: „‘Das Gute behaltet‘ (1. Thess 5,21) – Beweglich Bleiben“ Jährlich gibt sich die Arbeitsgemeinschaft der Männerarbeit der EKD ein übergreifendes Jahresthema. Es wird in viefältigen Veranstaltungen in allen Landeskirchen und auf Bundesebene behandelt. Das Jahresthema ist Basis für die Vorbereitung des Männersonntags, der seit 1946 auf Empfehlung der EKD jährlich am 3. Oktobersonntag gefeiert wird.